Nach 10 Monaten Ruanda kehre ich zurück nach "good old Germany". Es fühlt sich aber nicht wie zu Hause ankommen, sondern wie "in Urlaub sein" an. Ich genieße die ländliche Ruhe meines Dorfs und erfreue mich am Wochenendmarkt in der nahe gelegenen Kleinstadt. Ich schnupper durstig am Sommer, der in der Luft liegt und schmatze genüsslich eine knallrote, saftig-fruchtige Erdbeere. "Oh Gott wie köstlich", denke ich mir, "das habe ich während meiner Zeit in Ruanda wirklich vermisst. Meinen kugelrunden Babybauch trage ich dabei gemütlich durch die kleinen, gemütlichen Altstadtgässchen.
Als ich in an der Bushaltestelle sitze, dröhnt fürchterlicher Krach tobend durch meine Ohren. Er kommt von dem Typ, der mir 10 Meter weiter weg entgegen sitzt. Er hört -wie er es wohl nennen würde- Musik. Naja, ich vergleiche es eher mit der City von Kiagli (Ruandas 1 Miollonen Einwohner-Hauptstadt), während der Rush-Hour: scheiße laut und dreckig, einfach zum Kotzen!
Aber egal, schließlich tut der Typ mit der Wutmusik mir ja nix und so erfreu ich mich meiner neu erworbenen afrikanischen Gelassenheit und grinse fröhlich weiter auf alles los, was mir gefällt. Wie z.B. auf den freundlichen Busfahrer. Ich bin wirklich platt...so nett und zuvorkommend hatte ich Deutschland gar nicht in Erinnnerung. Aber besser so als anders herum.
So sitz ich also mit meinem "bald ist es soweit"- Babybauch, einem breiten Grinsen, weil köstliche Erdbeeren in der Hand, voller Wonne im Bus und erfreue mich meines Seins.
Auf dem Weg nach Hause wackle ich an einem Meer aus blühenden Bäumen vorbei und freue mich wie ein Kind am Weihnachtsabend über die frische Luft, die ich in vollen Zügen inhaliere.
Montag, 23. November 2009
Abonnieren
Posts (Atom)